„Heute ein König“

Ausstellung in der Jugendkirche vom 6. bis 16. Januar 2019

Nähert man sich Ralf Knoblauchs Königsskulpturen, so scheinen dieseschweigend zu sagen: „Rühr mich an!“ Man kann fast nicht anders, als ihnen über die Köpfe zu streichen und die Materialität des Holzes, seine Schrunden, Risse und Unebenheiten zu spüren. Ralf Knoblauchs Königskulpturen sind Menschen – Menschen wie du und ich. Und Menschen begegnet Knoblauch täglich in seiner seelsorglichen Arbeit als katholischer Diakon in den sozialen Brennpunkten des Bonner Nordwestens.

Der Mensch ist die Lösung. Der berührbare Mensch. Der verletzliche Mensch. Der Mensch, der – wie alle Königskulpturen – die Augen geschlossen hat. Wer die Augen geschlossen hat, macht sich besonders verwundbar. Er sieht nicht, was ihm geschieht. Man könnte ihm etwas antun; er ist verletzlich. Wenn wir allein mit den Königen Ralf Knoblauchs sind, passen nicht diese auf uns auf, sondern es ist umgekehrt: sie fordern uns stumm auf, Verantwortung für sie zu übernehmen, für sie da zu sein und sie zu beschützen.

Aber Ralf Knoblauch hat sie aus seinem Inneren als eigene Spezies zur Welt gebracht. Eine Spezies, der eine fast meditative Gelassenheit zu eigen sein scheint. Sie haben keine Angst, dass ihnen jemand etwas antun könnte. Sie fühlen sich sicher in unserer Welt. Und gerade so appellieren sie an unser Ethos: „Rühr mich an!“

Durch Ralf Knoblauchs Königsskulpturen werden wir an unsere Menschlichkeit erinnert. Diese Könige machen uns, jeden einzelnen von uns zu einem König. Wir werden an unsere je eigene Königswürde erinnert, daran, dass wir Menschen sind, die königlich, nicht göttlich werden sollen – Menschen, die für einander da sein sollen und einander brauchen.

Allen Königsskulpturen ist neben den Besitz ihrer Krone gemeinsam, dass sie in festliche Farben gekleidet sind. Ihr weißes Hemd unterstreicht Würde, Festlichkeit und Wertschätzung. Sie eröffnen aber auch im religiösen Kontext Gedanken zur Interpretation: Der Täufling ist ein Königskind – und wird ein Königskind durch die unabdingbare Liebe Gottes.
(Text: rolfknoblauch.de)

 

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