Es war die erste, große Ausstellung in der Jugendkirche – und sie war beeindruckend und ein toller Erfolg. 25 Klassen waren zu Gast bei JIM, ca. 150 Gäste kamen zu den Vorträgen und viele Menschen kamen „einfach mal so“ in die Kirche und informierten sich über das Schicksal der rheinländischen Juden im Jahr 1941.
Deportiert ins Ghetto – nähere Informationen zur Ausstellung!
Im Herbst 1941 verließen drei Transporte in Richtung Polen das Rheinland. Von den Städten Köln und Düsseldorf aus wurden insgesamt rund 3.014 Juden aus dem gesamten Rheinland in das Ghetto von Litzmannstadt (Łódź) deportiert. Ein Teil der Deportierten starben im Ghetto, andere wurden von dort ins Vernichtungslager Kulmhof gebracht und ermordet. Diejenigen, die 1944 noch im Ghetto lebten, wurden im Zuge der Auflösung des Ghettos in verschiedenste Konzentrations- und Vernichtungslager zur Zwangsarbeit gebracht und fanden dort den Tod. Nur 36 Personen überlebten das Kriegsende dauerhaft.
Die Ausstellung „Deportiert ins Ghetto“ befasst sich mit der Geschichte der Deportierten vor, und schwerpunktmäßig mit ihrer Zeit im Ghetto. Die Ausstellung beantwortet die Fragen:
• Wer waren die Deportierten, und was mussten sie bereits vor ihrer Deportation erleiden?
• Wie verliefen die Deportationen, und was erwartete die Neuankömmlinge im Ghetto?
• Wie war das Leben im Ghetto?
• Welche Wege führten aus dem Ghetto?
Die Geschichte der Juden aus dem Rheinland im Ghetto von Litzmannstadt (Łódź) wird anhand biografischer Zeugnisse und vieler Originaldokumente aufbereitet und erklärt. Die Vielzahl von abgedruckten Fotografien und Originaldokumenten geben den Deportierten ihre Identität und ihre persönliche Geschichte zurück.
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Begleitprogramm zur Ausstellung:
(Schul-) Gruppen können nach vorheriger Anmeldung die Ausstellung besuchen. Es gibt Arbeitsbögen, mit deren Hilfe sich die Jugendlichen die Ausstellung eigenständig erschließen können.
Gruppenanmeldung bitte bei:
Katholisches Forum für
Erwachsenen- und Familienbildung
Mönchengladbach-Heinsberg
Ansprechpartnerin: Gaby Brahtz
Bettrather Straße 22, 41061 M´gladbach
Telefon: (02161) 980 644
E-Mail: forum-mg-hs@bistum-aachen.de
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Dienstag, 9. September, 19.00 Uhr
Filmabend: “Der Pianist”
Władysław Szpilman ist ein herausragender und in Warschau hochangesehener polnisch-jüdischer Pianist. Als 1939 die deutschen Truppen in Warschau einmarschieren, muss er mit seiner Familie ins Warschauer Ghetto übersiedeln, von wo der Abtransport in das Vernichtungslager Treblinka erfolgt. Dort werden seine Eltern und Geschwister ermordet. Dank der Unterstützung eines Mitglieds des jüdischen Ordnungsdienstes entgeht er dem Abtransport, gehört nun aber zu den Zwangsarbeitern, die unter strenger Bewachung in Betrieben außerhalb des Ghettos arbeiten müssen. Dies nutzt er aus, um Pistolen für Mitglieder der jüdischen Widerstandsbewegung in das Ghetto zu schmuggeln. Später gelingt ihm die Flucht aus dem Ghetto.
Film von Roman Polanski nach der im Jahr 1946 publizierten Autobiografie “Der Pianist – mein wunderbares Überleben” des polnischen Pianisten und Komponisten Władysław Szpilman.
FSK: 12
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Donnerstag, 11. September, 19.00 Uhr
Eröffnungsfeier zur Ausstellung
Den Eröffnungsvortrag hält Hildegard Jakobs, Mitarbeiterin der Mahn- und Gedenkstätte in D’dorf und Mitherausgeberin des Buches: Düsseldorf – Getto Litzmannstadt 1941 .
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Dienstag, 16. September, 19.00 Uhr
Filmabend: “Der letzte Zug”
Der Film schildert das Schicksal einiger der letzten Berliner Juden, die im April 1943 vom Gleis 17 des Bahnhofs Berlin-Grunewald aus mit der Eisenbahn nach Auschwitz verschickt werden. Zynischer Anlass ist der Geburtstag Hitlers, dem man als Geschenk ein „judenreines Berlin“ präsentieren möchte. Die Fahrt wird sechs Tage dauern, Wasser und Lebensmittel sind Mangelware, die Situation im Zug ist unerträglich…
FSK: 12 Empfehlung der Jugendmedienkommission: 14
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Mittwoch, 17. September, 19.00 Uhr und Montag, 22. September, 19.00 Uhr
Die Vorträge von Bernhard Scherger müssen leider ausfallen. Wir suchen nach einem Alternativtermin !
Erinnerung an bis heute gegenwärtiges jüdischen Leben in M´gladbach
Bernhard Scherger, OStR i.R. – langjähriger Lehrer am Math. Nat. Gymnasium – wird über Schicksale jüdischer Familien aus Mönchengladbach berichten. Über viele Jahre hat er die persönliche Begegnung und Freundschaft mit ehemaligen Mitbürgern und Holocaust-Überlebenden gepflegt. Im August 1989 hatte die Stadt Mönchengladbach viele ehemalige jüdische Bürgerinnen und Bürger in ihre Heimatstadt eingeladen. Bernhard Scherger hat dieses Treffen mit vorbereitet und begleitet. Nach diesem Treffen hat er viele Kontakte über Jahre weiter gepflegt und Freunde gewonnen. Er hat sie in Israel und in den USA besucht und möchte ihre spannende Lebensgeschichte und ihr geistiges Erbe weitergeben.
Bilder und Dokumente aus dieser Zeit werden helfen, die Vergangenheit, die nicht vergangen ist, lebendig werden zu lassen.
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Freitag, 19. September, 19.00 Uhr
“Kein Sterbenswörtchen…”
Das Schweigen nach der NS-Zeit und ihre Auswirkungen in Familien bis heute
Vortrag von Dr. Christoph Hutter (Lingen/Ems)
Die NS-Zeit ist seit 70 Jahren vorbei. Wird es nicht Zeit, sie abzuschließen und die alten Geschichten ruhen zu lassen ? Was bringt uns die Beschäftigung damit heute?
Gleichzeitig werden wir immer wieder neu mit der NS-Geschichte konfrontiert:
Die Zeitzeugen sterben und nur noch wenige Frauen und Männer können von erlebter Diktatur- und Kriegsgeschichte erzählen.
Im Nachlass der Zeitzeugen finden Kinder und Enkel überraschenderweise Dokumente, Uniformen und Gegenstände, die den Verstorbenen in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen.
Menschen, die den Krieg als Kind erlebt haben, leiden an den Spätfolgen ihrer Traumata.”Kriegsenkel” können das Thema nicht mehr hören; sie wurden in der Schule und über Medien mit Daten und Fakten aus der NS-Zeit vollgestopft. Allerdings wurde selten aufgezeigt, was dies alles für die eigene Biographie, für ihre konkrete Familiengeschichte bedeutet.
Dr. Christoph Hutter wird in seinem Vortrag aufzeigen, wie aktuell die NS-Vergangenheit in manchen Familien noch ist und der Frage nachgehen: “Was bleibt zu tun ?”
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Dienstag, 23. September, 19.00 Uhr
Filmabend “Der Junge im gestreiften Pyjama”
Bruno ist ein neunjähriger Junge, der im Dritten Reich als Sohn eines SS-Offiziers aufwächst. Eines Tages wird sein Vater aus Berlin in ein Konzentrationslager abkommandiert und soll dort bei der Vernichtung der Juden mithelfen. Bruno langweilt sich an diesem trostlosen Ort und sieht auf der anderen Seite der Zäune, die unmittelbar hinter dem Garten des Wohnhauses verlaufen, viele Leute in gestreiften Pyjamas. Er freundet sich mit einem Jungen namens Schmuel an, der hinter dem Zaun lebt, und trifft sich jeden Nachmittag mit ihm am Zaun…
FSK: 12

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei!

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